Steiermark Schau: Erklärbare KI im Kunsthaus

Leftshift One zeigt mit einer Installation im Kunsthaus Graz, wie KI transparent und nachvollziehbar wird.

Im Zuge der „Steiermark Schau“ widmet sich das Kunsthaus Graz aktuell zukunftsweisenden Themen. Die Ausstellung „was sein wird“ ist dabei nicht nur ein Grenzgang zwischen Möglichem und Utopie, sondern beschreibt auch konkrete Zukunftsszenarien. Eine zentrale Rolle nimmt dabei vor allem die künstliche Intelligenz (KI) ein.

Roboter, die Menschen beim Schachspiel besiegen oder Computer, mit denen wir uns unterhalten können: Bereits seit vielen Jahrzehnten versuchen Wissenschaft und Wirtschaft, den komplexen menschlichen Geist künstlich nachzubauen. „Künstliche Intelligenz ist keine Vision aus Science-Fiction-Romanen, sondern bereits Realität. Schon heute hat künstliche Intelligenz Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Mit der Ausstellung „was sein wird“ schaffen wir dafür Bewusstsein“, betont Barbara Steiner, Direktorin des Kunsthaus Graz.

Zwar beschränkt sich künstliche Intelligenz aktuell auf bestimmte Einsatzgebiete, die Technologie würde uns aber „jeden Tag begegnen“, bestätigt Patrick Ratheiser, CEO von Leftshift One. „Sei es in der Navigation von Fahrzeugen, in der automatisierten Bilderkennung, mit denen beispielsweise computertomografische Aufnahmen in der Medizintechnik untersucht werden, oder in modernen Datenanalysen – KI ist bereits Teil der Gesellschaft“, sagt der KI-Experte.

Vielzahl an Parametern

Mit den künftigen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und Ökonomie, beschäftigt sich – aktuell im Zuge der „Steiermark Schau“ – eine Installation des international agierenden Unternehmens im Grazer Kunsthaus. „Die potenziellen gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz hängen vom eingesetzten KI-Modell ab, das aus einer Vielzahl an Parametern besteht. Die Menge, die Diversität bzw. Qualität der Daten, wie weit Menschen in den Entscheidungsprozess eingebunden sind oder die Ausfallsicherheit des Systems spielen unter anderem eine große Rolle dabei, wie transparent, fair, genau, CO2-intensiv oder auch preiswert ein KI-Modell sein kann“, erklärt Ratheiser.

Genau hier setzt die Installation, ein eigens entwickeltes digitales Dash- bzw. Steuerungsboard, an: Denn diese ermöglicht Ausstellungsbesuchern, KI-Modelle nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu konfigurieren – und zeigt etwa: Eine höhere Einbindung des Menschen steigert zwar die Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses, macht den Prozess aber weniger fair und teurer.

Oder: Mehr Daten sorgen für eine höhere Genauigkeit, aber auch einen stärkeren CO2-Ausstoß. Entscheidend sei allerdings, „die Erklär- und Nachvollziehbarkeit stets bevorzugt zu behandeln. Denn nur so können wir Akzeptanz und damit Vertrauenswürdigkeit für KI in der Gesellschaft generieren“, betont Christian Weber, CTO von Leftshift One.

Symbiose aus Mensch und Maschine

Bei Leftshift One haben wir uns darüber hinaus der Symbiose aus Mensch und Maschine verschrieben.

Leftshift One-CTO Christian Weber

Heißt: Bei KI-Anwendungen von Leftshift One agieren Mensch und Maschine gemeinsam, wobei der „natürlichen Intelligenz“ verstärkt eine Kontrollfunktion zukommt. Das reduziert vor allem repetitive Aufgaben und bringt „Menschen zurück an den Ort der Wertschöpfung“, so der Verantwortliche.

Vor kurzem hat das steirische Technologieunternehmen etwa eine Funktion veröffentlicht, mit der Service-Mails in IT-Supportzentren durch eine KI gelesen und verarbeitet werden können. „Die 100. Zurücksetzung des Passworts kann durch eine Maschine vorgenommen werden. Das spielt den Menschen wieder für wichtigere und anspruchsvollere Tätigkeiten frei“, vereinfacht Weber.

Das hohe Interesse an diesen technologischen Entwicklungen wird durch den Besucherzulauf bestätigt: Bereits über 3.000 Besucher zählt die Ausstellung. Noch bis 31. Oktober ist diese im Kunsthaus Graz zugänglich.

Bildmaterial © UMJ Kunstvermittlung/M. Gföllner