KI-Innovation im Automotive-Bereich

AVL setzt auf Leftshift One und holt mittels künstlicher Intelligenz Fahrer-Feedback in Echtzeit ein. Ein Pilottest in den USA gab bereits grünes Licht.

Auf Basis einer brandneuen Entwicklung des steirischen KI-Spezialisten Leftshift One bietet Technologiekonzern AVL List nun erstmals Fahrzeugbauern die Möglichkeit, Rückmeldungen von Endverbrauchern einzuholen. Den „Like-Button“ suche man im Auto derzeit noch vergeblich, sagt AVL-Produktmanager Gerhard Schagerl mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich blieb Feedback zu Automotive-Entwicklungen bislang nur Produkttestern vorbehalten.

Ein innovatives Tool – entwickelt vom KI-Spezialisten Leftshift One – ändert das jetzt.
Dazu werden webbasierte Anfragen zu automobilen Entwicklungen auf ein Online-Portal geleitet, um in weiterer Folge Feedback vom Lenker oder Beifahrer zum Antriebsstrang beziehungsweise den betreffenden Komponenten einzuholen.

Häufen sich dann Online-Anfragen etwa zu Unregelmäßigkeiten beim Schaltkomfort eines Modells, werden diese sofort indiziert. Der Automobilist kann direkt kurzfristige Maßnahmen, wie etwa Software-Updates, ergreifen. Mittelfristig sind Anpassungen in der Produktion und langfristig sogar in der Produktpalette sowie Produkteigenschaften der nächsten Generation möglich.

Langfristige Analysen und Prognosen

„Bislang hatten wir kaum bis wenige Möglichkeiten, diese Art von Daten einzuholen. Daher ist diese Entwicklung durchaus als bahnbrechend einzuordnen und ein großer Schritt für die AVL. Denn in weiterer Folge ist es auch möglich, Endkundenfeedback in den Entwicklungsprozess von künftigen Autos einfließen zu lassen“, betont Produktmanager Schagerl.

Verantwortlich für die technische Umsetzung des sogenannten Tools ist KI-Pionier Leftshift One. „Die Datendichte und -segmente, die wir generieren können, sind enorm. So ermöglicht unser KI-Werkzeug nicht nur Rückschlüsse, sondern auch langfristige Analysen und Prognosen. Differenzierungen je nach Markt sind dadurch gezielter möglich“, erklärt Leftshift One-CEO Patrick Ratheiser. „Unser Tool offenbart unterschiedliche Präferenzen wie beispielsweise die Leistungsstärke eines Fahrzeugs sogar soziodemografisch.“

Alles auf einen Blick: KI-Lösungen von Leftshift One arbeiten auf Basis des europaweit ersten KI-Betriebssystem AIOS. Mit Hilfe der graphischen Workflow Engine können auch komplexe Businessprozesse übersichtlich dargestellt und poblemlos nachvollzogen werden.

Leftshift One CEO Patrick Ratheiser war zu Gast bei Florian Kandler im Gründer & Zünder Startup Podcast. Die Episode beginnt bereits mit einem Opener Statement – in der weiteren Folge verrät Herr Ratheiser dann exklusive Details zum Use Case und zu weiteren Visionen des Unternehmens. Jetzt reinhören!


Pilotprojekt in den USA

Ein entsprechendes Pilotprojekt habe diese Ergebnisse zu Tage gebracht, betonen Ratheiser und Schagerl unisono. Sie testeten das System über zwei Monate am US-amerikanischen Markt – mit Erfolg: Bei 20.000 registrierten Suchanfragen zu den betroffenen Fahrzeugmodellen wurden etwa 200 detaillierte Rückmeldungen mittels Online Surveys verzeichnet.

Die vermeintlich kleine Rückmeldequote täuscht. „Verbesserungspotenziale wie beispielsweise Probleme des Automatikgetriebes konnten durch das Tool unmittelbar identifiziert werden. Wir führen bereits Gespräche mit namhaften Automobilisten, die den Einsatz erwägen – etwa auch in anderen Bereich wie zum Beispiel der Bewertung des Fahrassistenzsystems“, bestätigt Schagerl.

Expansion

Während die AVL plant, Fahrzeugbauer mit Hilfe der Entwicklung neue Informationsdienstleistungen und Benchmarking anzubieten, will Leftshift One mit dem Produkt auch in andere Branchen expandieren. „Dieses Fallbeispiel kann genauso in die Pharmazie oder in den Versicherungsmarkt transferiert werden. Entscheidend dafür ist Domänen-Know–how, wie jenes der AVL, muss mit unserer Datenexpertise verknüpft werden“, skizziert Leftshift One-Vice President Stefan Schmidhofer weitere Pläne.

Das „AVL Creators Expedition“- Programm legte den Grundstein für die Zusammenarbeit. Die Initiative richtet sich an Hightech-Start-ups, die mit Hilfe der AVL versuchen, am internationalen Automotive-Markt Fuß zu fassen. „Dass derart erfolgreiche Projekte entstehen, ist Beweis für den fruchtbaren Boden unseres Start-up-Programms“, freut sich Victoria Ilger, Teamleiterin der der Start-up-Initiative.